Krankheitsbild:

Unter Multipler Sklerose, meist ist die Abkürzung MS gebräuchlicher, versteht sich eines der häufigsten organischen Nervenleiden. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 5 von 1000 Europäern daran erkrankt sind. Auffallend ist, dass die MS fast ausschließlich in kalten und kühlen Klimazonen auftritt, nicht in warmen Regionen. Vereinfacht ausgedrückt sind bei den Erkrankten die Nervenimpulse vom Gehirn zu den Organen und Muskeln gestört. Hierdurch ergibt sich eine Vielzahl von unterschiedlichen Symptomen und Anzeichen.

Am häufigsten auftretende Symptome sind ein stolpernder Gang, andere Motorikprobleme, verschwommenes Sehen, sog. Doppelbilder vor den Augen, undeutliches Sprechen, Probleme bei Stuhl und Wasserlassen und neuralgische Schmerzen. Die Symptome können einzeln aber auch gemeinsam auftreten und kommen meist in Schüben. bei jüngeren Patienten können Phasen auftreten, in denen sich die Symptome wieder völlig zurückbilden und über Monate oder sogar Jahre hinweg nicht mehr auftreten, ehe dann wieder ein neuer Schub einsetzt. Bei älteren Patienten ist zunehmend ein chronischer Krankheitsverlauf zu beobachten, der zu verstärkten neurologischen Ausfällen führt. Arme und/oder Beine können immer schlechter bewegt werden, die Mobilität nimmt ab und der Patient bedarf immer mehr der Pflege.

Die Ursachen für die Erkrankung liegen zwar bisher noch völlig im wissenschaftlichen Dunkel, doch gehen die Wissenschaftler davon aus, dass zwar ein ganzes Bündel von Ursachen verantwortlich ist, doch hat sich gezeigt, dass das körpereigene Immunsystem dabei eine große Rolle spielt. Bei der MS richtet sich das Immunsystem, das normalerweise von außen eindringende Krankheitserreger bekämpft, plötzlich gegen den eigenen Körper. Ein Teilbereich des Immunsystems ist dabei nicht richtig programmiert und es bilden sich sog. Antikörper. Was alles zusammentreffen muss, damit dies geschieht, weiß leider noch niemand. Bis dahin gilt das Hauptaugenmerk der Therapeuten der Bekämpfung bestimmter Symptome und der Aufrechterhaltung eines möglichst lebenswerten Zustandes für die Betroffenen.


 

Fachliteratur zum Thema:

Die Kraft der körpereigenen Hormone nutzen - Roman Berger >>

mögliche Therapieformen:

Eine wirkliche Therapie hat bisher weder die Schulmedizin noch die Naturheilkunde gefunden. Deshalb machen meist auch lange Heimpflegephasen keinen rechten Sinn. In den meisten Fällen ist es für die Betroffenen besser, sich weiter in häuslicher Umgebung aufhalten zu können. Dies geht natürlich nur, wenn es die jeweilige häusliche Situation erlaubt. In solchen Fällen ist dann meist die gesamte Familie gefragt, damit der Patient seine Lebensfreude und sein Selbstvertrauen behält.

Wichtig ist es auch, den Erkrankten mit gewissen Aufgaben zu betrauen, um ihn so am allgemeinen Leben so weit wie möglich teilnehmen zu lassen.

Patienten, die schon pflegebedürftiger sind, sollten so gut und so lange es geht in den Alltag integriert werden. Um dies zu gewährleisten, kann ein Pflegedienst helfen und unterstützen. Es ist nicht immer einfach, den Richtigen zu finden, aber die Qualitätsstandards in der Pflege steigen stetig. Sowohl Pflegeheime als auch Pflegedienste werden jährlich unangemeldet geprüft. Eine Auszeit vom Alltag zuhause kann auch wichtig sein. Es gibt es spezielle Hotels, die auf pflegebedürftige Menschen eingestellt sind und diese professionell versorgen. Dort können Pflegebedürftige zusammen mit ihren Familienangehörige eine schöne Zeit verbringen.

Therapien zur Heilung oder zum Aufhalten des Krankheitsverlaufes gibt es noch nicht, obwohl fieberhaft auf diesem Gebiet geforscht wird. In bestimmten Einzelfällen wurden zwar bereits bei gezieltem Medikamenteneinsatz ansprechende Erfolge erzielt, doch lassen sich diese Einzelerfahrungen bisher nicht auf bestimmte Gruppen umsetzen.

In Asien, vor allem in China, wird viel mit Akupunktur und Aromatherapie gearbeitet. Vor allem die Akupunktur soll hier bereits einige Erfolge im Bereich der Mobilität erzielt haben, doch genaues ist wissenschaftlich noch nicht gesichert.