Burnout-Syndrom

Krankheitsbild:

Das Burnout-Syndrom, meist kurz Burnout genannt, ist heutzutage in aller Munde und bezeichnet den Zustand völliger emotionaler Erschöpfung. Der Begriff entstand in der Wissenschaft bereits in den 1970er Jahren in den USA. Der deutsch-amerikanische Psychoanalytiker H. J. Freudenberger veröffentlichte 1974 erstmals einen wissenschaftlichen Artikel über Erschöpfungszustände bei Mitarbeitern im Pflege- und Sozialdienst. In den 1990er Jahren wurde diese Form der Belastungsdepression dann auch auf andere Berufsgruppen, letztendlich auf Jedermann übertragen. Als dann auch einige Spitzensportler, hier seien nur der Skipsringer Sven Hannawald und der Fußballer Sebastian Deisler als Beispielfälle angesprochen, ihre Karriere wegen Burnout aufgaben setze sich das Krankheitsbild für alle Fälle depressiver Erschöpfungszustände fest. Die wissenschaftlichen meinungen sind unterschiedlich. Zahlreiche Psychiater sprechen bei Burnout von einer sogenannten Modediagnose, quasi einer einfachen Methode zur Beschaffung einer Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung. Das trifft so aber nicht immer zu, denn sowohl Burnout als auch Depressionen haben eines gemeinsam, den hormonellen Faktor. Es sinken die Konzentrationen wichtiger Botenstoffe während andere steigen. In beiden Fällen handelt es sich um Serotonin, Dopamin und Noradrenalin deren Produktion sinkt, im Gegensatz dazu steigt Cortison an. Einfach ausgedrückt, die Vermittler im Gehirn für Glückszustände (Serotonin) und Antriebskraft (Dopamin und Noradrenalin) werden weniger, der Stressauslöser (Cortison) wird stärker. Durch das Ungleichgewicht entsteht eine emotionale Spirale die das Denken, Fühlen und Handeln in immer negativere Bahnen leitet. Ist diese hormonelle Dysbalance erst einmal entstanden ist die weitere Entwicklung vorprogrammiert, wenn man nicht dagegen angeht.

Der solcherart betroffene Mensch hat bei der Erledigung seiner Arbeiten immer mehr Probleme, dies entwickelt weiteren Stress und und es wird noch mehr Cortison ausgeschüttet. Nun gerät der gesamte Stoffwechsel in Unordnung. Der Organismus reagiert darauf indem er neben den normalerweise zur Energiegewinnung herangezogenen Fetten und Kohlenhydraten nun auch Eiweißbausteine verbrennt. Hierbei werden auch Aminosäuren verbrannt, die für die Produktion der körpereigenen Hormone benötigt werden wie etwa Tryptophan, wichtig für die Serotonin-Synthese, oder L-Thyrosin, Basis der synthese von Dopamin. Dies führt zu einem Nachschubengpass für die Produktionsgrundlagen der benötigten Glücks- und Wohlfühlhormone. Die Abwärtsspirale dreht sich immer schneller. Diese biochemischen Vorgänge sind anerkannte, wissenschaftlich unbestrittene Fakten.


  Fachliteratur zum Thema:

Die Kraft der körpereigenen Hormone nutzen - Roman Berger >>

mögliche Therapieformen:

Auf der Basis, dass zu wenig Serotonin im Körper vorhanden ist, werden nun in der täglichen Arztpraxis Therapien angeordnet, die sich meist an den von der Pharmaindustrie hergestellten Medikamenten ausrichten. Jetzt kommen die sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, fachlich auch als SSRI (Selective Serotonin Reuptake Inhebitor) bezeichnet, zum Einsatz. Sie sollen das nur noch wenig vorhandene und nicht genug nachproduzierte Serotonin länger wirksam halten indem sie sie den Abbau verzögern. Das ist aber keine Lösung des eigentlichen Problems, der zu niedrigen Produktion. Mit dem Einsatz von Psychopharmaka werden nur einige Symptome therapiert, nicht aber die Erkrankung selbst. Aus Patienten werden so chronisch Leidende die letztendlich immer abhängiger von den Medikamenten werden, um nicht noch depressiver zu werden.

Ein sinnvoller Therapieansatz sollte mit der Messung der Hormone und ihrer benötigten Bausteine im Körper beginnen. Es ist wie beim kochen einer wohlschmeckenden Mahlzeit, man benötigt die richtigen Zutaten in einer genau abgestimmten Mischung, damit das Essen auch wie gewünscht schmeckt. Was für einen Koch das Rezept sollte für den behandelnden Arzt die Laboranalyse der Hormone und ihrer Bausteine sein. Liegt sie vor kann man die Eigenproduktion der Hormone auch wieder so ankurbeln dass sie im richtigen Verhältnis abläuft. Hierbei machen nach meiner Erfahrung synthetische Medikamente wenig Sinn. Wichtiger ist die natürliche Ankurbelung der Hormonproduktion, die gar nicht so schwierig ist wenn man weiß welche Zutaten fehlen.

Auszug aus dem Buch „Mein neues Hormonverständnis – Basis aller hormonell bedingten Erkrankungen“ von Dr. Ricardo Borelli, mit freundlicher Genehmigung des Autors.