Normalerweise
verwenden Sie beim Sterilisieren von Obst und Gemüse den bereits
erwähnten Sterilisierapparat. Dieser wird so hoch mit Wasser gefüllt,
dass die Gläser etwa zu 20% ihrer Höhe aus dem Wasser ragen
können.
Ein Tipp hierzu:
Verwenden Sie stets Gläser gleicher Höhe und gleicher
Füllung gemeinsam in einem Sterilisierungsapparat.
Stellen Sie nun die
gut verschlossenen Gläser in das Wasser. Es sollte dabei nicht wärmer
als die Gläser samt Inhalt sein. Achten Sie auch darauf, dass die
Gläser sich im Topf nicht berühren. Dann erhitzen Sie alles
langsam bis auf die vorgeschriebene Temperatur. Diese gilt es regelmässig
mit Hilfe des Thermometers zu überprüfen. Die Temperaturhöhen
erfahren Sie im später folgenden Kapitel mit dem Titel Nahrungsmittelbereich.
Nach dem Sterilisierungsvorgang
nehmen Sie die Gläser heraus, überprüfen den festen Sitz
der Deckel und stellen diese dann an einen kühlen Ort. Dabei die
Gläser aber nicht direkt auf kalte Steinplatten oder Metallteile
stellen! Durch zu rasche Temperaturunterschiede können die Gläser
sonst platzen! Die Spangen werden erst abgenommen, wenn die Gläser
völlig erkaltet sind. Sollte sich dabei herausstellen, dass ein Deckel
nicht fest sitzt, können Sie mit diesem Glas den Sterilisierungsvorgang
noch einmal wiederholen.
Haben Sie keinen Sterilisierungsapparat
zur Hand, kann auch dies Sie nicht daran hindern, ihr Obst zu sterilisieren.
Es genügt die Backröhre eines Herdes, egal ob dieser mit Kohle,
Gas oder elektrisch betrieben wird. Hierzu bereiten Sie die Gläser
wie bereits angesprochen vor und stellen sie auf die unterste Schiene
des noch kalten Backofens. Hierzu verwendet man einen normalen Rost. Eine
Bratpfanne tut es aber zur Not auch. Beim Rost müssen Sie eine Tasse
mit Wasser hinzustellen. Bei der Bratpfanne können Sie das benötigte
Wasser direkt in die Pfanne giessen. Das Wasser ist wichtig, denn ohne
diese Feuchtigkeit werden die Gummiringe unter den Deckeln spröde.
Es empfiehlt sich auch, eine Lage nasses Zeitungspapier auf die Deckel
der Gläser zu legen. Auf diese Art können die Deckel nicht so
leicht springen. Nun heitzen Sie den Backofen auf. Hat dieser eine Temperaturanzeige,
schalten Sie auf 160 Grad Celsius.
Sobald der Glasinhalt
zu perlen beginnt schalten Sie die Hitzezufuhr ab. Die Gläser bleiben
dann aber noch weitere 30 Minuten bei geschlossener Ofenklappe stehen.
Erst dann dürfen sie zum Abkühlen herausgenommen werden.
Wenn Sie nur ein oder
zwei Gläser sterilisieren wollen, können Sie dies auch auf einer
einfachen Herdplatte tun. Diese sollte dann aber mit einem Drahtrost abgedeckt
werden und dabei handwarm sein. Die Gläser kommen oben auf den Drahtrost,
dann wird die Hitzezufuhr eingeschaltet, doch nicht höher als auf
Stufe 1 schalten! Beginnt der Glasinhalt zu perlen, schalten Sie die Hitzezufuhr
ab und warten etwa 30-40 Minuten, ehe Sie die Gläser zum Abkühlen
wegnehmen.
Für Naturfreunde
und Camping-Fans sei hier noch erwähnt, dass man auch auf einer einfachen
Feuerstelle sterilisieren kann. Hierbei ist etwas brennbarer Alkohol recht
hilfreich. Das Sterilisierungsgut sollte dann aber bereits vorgekocht
sein, ehe Sie es in die Gläser füllen. Nicht höher als
bis etwa 3 cm unterhalb der Glasränder einfüllen! Dann setzen
Sie den Gummiring auf das erste Glas, giessen etwas Alkohol auf den Ring,
setzen diesen in Brand und geben rasch den Deckel darauf. Doch Vorsicht,
man kann sich dabei leicht verbrennen, wenn man es noch nie ausprobiert
hat! Durch das Verbrennen des Sauerstoffs im Glasinneren entsteht ein
Unterdruck, der das Glas dann luftdicht verschliesst.
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