Neurodermitis : Ekzembehandlung ohne Cortison
Hautärzte, die naturheilkundlich arbeiten, finden sich nicht gerade zahlreich,
denn die Dermatologie behandelt von außen, während die Naturheilkunde
- auch bei Hautproblemen - eine Heilung von innen her anstrebt, z.B. durch Ernährungsumstellung
und Ausleitung. In akuten Fällen sind zwar oft auch äußerliche
Anwendungen notwendig, doch dafür muss nicht zwangsläufig auf Cortidson
zurückgegriffen werden. Zahlreiche Pflanzen wirken nachweislich entzündungshemmend.
Sie können vor allem bei leichteren Ekzemen oder in der Nachbehandlung
gut und wirksam eingesetzt werden.
Die Kamille (Chamomilla recutita) weist neben ihrer entzündungshemmenden
Wirkung auch deutlich antimikrobielle und wundheilungsfördernde Eigenschaften
auf. Kamillenzubereitungen werden deshalb besonders bei infizierten, nässenden
und wunden Neurodermitisformen eingesetzt, als Aufguss, alkoholischer Extrakt
oder in Form von Bädern, Auflagen oder Salbenzubereitungenb. Das Allergie-Risiko
ist entgegen anders lautenden Meinungen relativ gering.
Eine weitere sehr interessante Pflanze ist die Virginianische Zaubernuss (Hamamelis).
Sie wird von noramerikanischen Indianern schon seit Jahrhunderten bei Darmerkrankungen,
Hautkrankheiten nd Wunden eingesetzt. Hamamelis ist bei leichten Ekzemen
gut wirksam und kann auch im Wechsel mit Corticosteroiden oder in der Nachbehandlung
eingesetzt werden. Neben Salben gibt es auch kühlende Gele und Hamamelis-Wässer.
Eichenrinde (Cortex quercus) entfaltet entzündungshemmende und
stark gerbende (adstringierende) Wirkungen beim Neurodermitis-Ekzem.
Sie kann als flüssiges Fertigpräparat verwendet, aber auch frisch
hergestellt werden. Eichenrinden-Anwendungen eignen sich besonders bei nässenden
und hoch entzündeten Ekzemen und sollten jeweils nicht länger als
zehn Minuten dauern, da die Austrocknung der Haut sonst zu stark würde.
Bei trockner Haut sollte unbedingt mit Pflegesalbe nachgecremt werden.
Eine weitere Heilpflanze mit milden antientzündlichen und antimikrobiellen
Eigenschaften ist die Ringelblume (Calendula officinalis). Sie kann
als Tee für Auflagen zubereitet werden, wird jedoch häufiger als Fertigsalbe
eingesetzt.
Eine in Kosmetika weit verbreitete Pflanze ist Aloe vera. Der Begriff
steht für eine Mischung verschiedener Aloe-Arten, die ursprünglich
in der Karibik beheimatet waren und in der Wundheilung und bei Schuppenflechte wirksam eingesetzt werden. Gute Besserung werden mit Aloe vera Gel auch bei
akuten Ekzemen, einschließlich Neurodermitis erreicht.
Quelle: Naturarzt-Newsletter 2/2004 |