Jeder sechste Patient der Berliner Uniklinik Charité ist alkoholkrank. Die Mediziner haben deshalb zunehmend Probleme bei Operationen. Alkoholkranke Patienten haben nach Operationen ein erhöhtes Komplikationsrisiko. Sie entwickeln häufiger Blutungen, Infektionen, Herzrhythmus- oder Wundheilungsstörungen. Einer aktuellen Untersuchung aus der Berliner Charité zufolge lassen sich die Risiken durch eine Stress mindernde Behandlung senken.

Wie die Universitätsklinik am Dienstag mitteilte, ist jeder sechste Patient, der sich an der Charité einer Operation unterzieht, der Untersuchung zufolge alkoholkrank. Diese Patienten leiden nach einer Operation unter deutlich mehr Stress. «Wir können dies bis zu drei Tage nach der Operation an dem hohen Anteil des Stresshormons Cortisol im Blut der Patienten sehen», sagte Claudia Spies, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin an der Charité.

Stressmindernde Medikamente

Die Untersuchung der Charité zeigt, dass Stress mindernde Schmerzmittel die Infektionsrate bei alkoholkranken Patienten senken. Dadurch verkürzt sich der Studie nach die Behandlungsdauer auf der Intensivstation im Schnitt um neun Tage. Details der Studie sollen auf einem Kongress für Anästhesiologie und Intensivmedizin am 13. September in Berlin vorgestellt werden. (nz)

Quelle: Netzeitung, medline u.a. August 2007


 
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