Alkohol enthemmt und steigert den Sexualtrieb, bei den männlichen Probanden auch das homosexuelle Verhalten. Das ist inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen, jedenfalls bei Fruchtfliegen, wie eine Untersuchung an der Pennsylvania State University in den USA unter der Leitung des Forschers Kyung-An Han ergab. Veröffentlicht wurden die Studienergebnisse im Fachjournal "PLoS One".

Im Rahmen des Laborversuchs wurden die Fruchtfliegen zunächst an sechs aufeinanderfolgenden Tagen mit starken Ethanoldämpfen besprüht. Die Reaktionen der Fliegen entsprachen denen von Menschen. Einer hyperaktiven Phase folgte Kontrollverlust mit unkoordiniertem Bewegungsablauf bis hin zur völligen Betäubung. In den Folgetagen dauerte es immer länger, bis die Testfliegen in Betäubung versanken. Wie bei Menschen auch, hatten sich die Tiere an den Alkoholgenuss und seine betäubende Wirkung gewöhnt.

Danach begannen die Untersuchungen über das Sexualverhalten der Fruchtfliegen. In der Natur locken weibliche Fliegen die Männchen zur Begattung mit speziellen Duftstoffen an, die daraufhin sofort reagieren. Unter dem Einfluss der Ethanoldämpfe wandten sich die männlichen Tiere plötzlich auch gleichgeschlechtlichen Artgenossen zu. Die Duftstoffe zur Unterscheidung der Weibchen spielten plötzlich keine Rolle mehr. Dies hielt solange an, bis die Tiere betzäubt waren. Wurden Weibchen zu den Männchen in die Testbehälter gegeben, wurde diese genauso wild begattet wie die Artgenossen zuvor.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Alkohol nicht die sexuelle Orientierung der Testtiere veränderte, sondern Hemmungen löst und Verlangen weckt. Parallel dazu ließ aber auch die sexuelle Leistunmg der Tiere nach. Im weiteren rfahmen der Untersuchung zeigte sich, dass der Botenstoff Dopamin im Gehirn dafür eine große Verantwortung trägt. Bei Blockade der Dopamin-Wirkung ließ auch der homosexuelle Drang nach.

Das sich das verhalten von Fruchtfliegen und das von Menschen unter Alkoholeinfluss seht ähnelt, erhoffen sich die Forscher weitere Erkenntnisse für das menschliche Verhalten herausfinden zu können.

Quelle: PLoS One, N-TV, medline u.a. Januar 2008


 
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